Donnerstag, 22. Dezember 2016


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Lichtschutzfaktor 2




Als wir vor 6 Jahren unsere Hündin ”Inka” bei der Züchterin abholten, zog ich zwei Pullis über ein weißes T-Shirt! Ein Shirt, das der Sonne immerhin mit einem renitenten UV-Schutzfaktor von 10 trotzt. Der blaue Baumwoll-Pulli darüber brachte es bereits auf 25. – die Farbe macht’s – . Und in stylischer Vollendung, einen alten braunen vergammelten Troyer-Pulli. (Mischgewebe; Schutzfaktor ca. 22 - stark ausgewaschen).

Wie stark der UV-Schutz ausfällt, hängt vom Material, der Webdichte und den Farben ab. Je enger die Fäden und je kräftiger die Farben, desto weniger UV-Strahlen gelangen an die Haut. Somit lag ich mit meinem Look bei einem Schutzfaktor von satten 47. Zu viel für einen früh nebeligen Januartag; und fast zu wenig gegen die Kälte. Wer packt seinen kleinen freilaufenden Welpen schon einfach in eine Alditüte und fährt wieder ?!  
Ich hingegen sah einen Tag der Muse. Üppige Welpen-Pausen auf der Rückfahrt, da ich fest von einer allzeitigen Reiseübelkeit ausging. Erneute Pausen bei all dem, was Mensch und Hund gemeinsam Freunde macht. - Abzüglich Welpensuche auf Raststätten – Ebenso sah ich viel Raum für eine schmuckhaft epische Übergabe. Welpenkuscheln an der Wange; letzte Bilder mit der Hundemutter und den Geschwistern. Streicheln, fotografieren, Streicheln. Eben eine Übergabe fürs Herz, die aber am Ende so chaotisch verlief, wie das Knäul der fünf verbliebenen Welpen die wir vorfanden. Das Handtuch, das wir als Geruchserinnerung beim ersten Besuch hinterließen, roch so penetrant, wie die Urinecken in diversen Großstädten an Karneval, die jede Silbe auf der Zunge töten. Und ”Inka” – der Name stand bereits vorher fest – war nicht der Welpe unserer ersten Wahl. Am Ende aller lebhaften Deutungen neben der dürftigen Wurfbox widerlegte das Bild, das bereits seit sieben Wochen bei mir als Bildschirmschoner lief.
Nun war allein der Geruch des Handtuchs bereits Grund genug für einen wortlosen Abschied, wäre da nicht diese flauschige Silhouette am Zaun erschienen, um die sich im fahlen Licht sogleich vier weitere erhoben. Größer und kräftiger als die Erste. Selbst ihr feucht-warmer Atem war länger und dichter. Bis zu jenem Moment, als der Atem der Ersten in meinem aufging. 
Ja, die Enttäuschung nur mit einer losen Hundeleine in der Garage auszusteigen, wäre groß gewesen. Der Bildschirmschoner, der Fressnapf, das Halsband…. Selbst mein hochprozentiges Depot an Adrenalin wäre verpufft. Zumal uns unser erster Hund ”Aika“ – ebenfalls ein Golden Retriever – drei Monate vorher mit treuen 16 Jahren in Richtung Hundeparadies verlies. Und ich glaube auch, dass ich auf halber Strecke wieder umgekehrt wäre. Gerade weil die Haltung bei unserer Hundeflüsterin von eigenen Gnaden so miserabel war *. 

So war es fast wohl am Ende der Heimfahrt, als ich in grenzenloser Fantasie erneut das Wort Pseudo-Züchterin* in jede Gemeinheit beugte, und zugleich etwas Warmes an der Brust vernahm. Feuchtwarm! Ja, Inka hatte sich während der Fahrt kurz übergeben. Aber nun hatte sie gepinkelt, und somit die Webdichte meiner Pullis um den gefühlten Lichtschutzfaktor 2 erhöht. Wir erinnern uns: ” … je enger die Fäden und je kräftiger die Farben.” 


Wem das ganze zu emotional war, kann sich bei Wikipedia an der Formel SPF=…  … für Lichtschutzfaktor austoben. Mir war die Lösung einfach zu simpel.
https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtschutzfaktor.



* Natürlich gibt es auch 1st class Züchterin. Als bestes Beispiel gilt die Züchterin von unserer ersten Hündin Aika, die erst im hohen Alter Ihre Leidenschaft  zu Hunden aufgab. 


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